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TECHNIKEN

Ozeanatem

Das Rauschen der Luft, die durch deine Kehle streicht. Eine lautlose Einatmung, eine Ausatmung wie eine Muschel. Den Ton richtig zu treffen ist die Technik selbst.

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Atme vier Sekunden lang leise durch die Nase ein. Verenge die Kehle ganz leicht und atme über sechs Sekunden durch die Nase aus — mit einem weichen Rauschen wie aus einer Muschel.

Sein Sanskrit-Name ist Ujjayi. Es ist der Atem, von dem man in Yogastunden am meisten hört.

Woher der Ton kommt

Nicht von den Stimmbändern. Den Luftweg hinten im Rachen ganz leicht zu verengen lässt die Luft beim Durchströmen reiben, und dieses Rauschen ist das Ergebnis.

Der einfachste Weg, ihn zu finden: öffne den Mund und atme mit einem „haaa“ gegen deine Handfläche aus, als würdest du eine Scheibe beschlagen. Was in diesem Moment in deiner Kehle passiert, ist das Richtige. Dann schließ den Mund, ohne den Atem zu unterbrechen — der Ton wird weicher, läuft aber weiter.

Die Einführung in der App folgt genau dieser Reihenfolge.

Wofür er gut ist

Diese leichte Verengung verlangsamt die Ausatmung von selbst. Du bekommst eine lange Ausatmung, ohne sie zu erzwingen.

Seine zweite und vielleicht eigentliche Aufgabe betrifft die Aufmerksamkeit: ein durchgehender Ton hinterlässt eine Marke, zu der du zurückkehren kannst, wenn der Kopf abschweift. Auch deshalb ist er in Yogastunden so verbreitet — er macht es leichter, dem Atem in Bewegung zu folgen.

Kein Ton beim Einatmen

Die klassischen Texte verlangen Ton bei Ein- und Ausatmung. In der App verlangen wir ihn nur beim Ausatmen.

Der Grund ist die Messung: Ton auf der Einatmung brachte nichts und hob die Herzfrequenz. Die Einatmung frei zu lassen macht die Technik zugleich leichter und wirksamer.

Wie er geht

Sitz aufrecht. Atme vier Sekunden lang leise durch die Nase ein — bei der Einatmung tust du nichts.

Verenge die Kehle ganz leicht und atme über sechs Sekunden durch die Nase aus. Der Ton soll nicht lauter sein als ein Flüstern: wer neben dir sitzt, hört ihn; wer zwei Meter entfernt ist, nicht.

Häufige Fehler

Die Kehle pressen. Der verbreitetste Fehler. Verengen heißt nicht Muskelkraft — die Luft soll von selbst reiben. Tut deine Kehle weh, drückst du zu stark; lass los.

Summen. Diese Technik ist kein „mmm“, das ist der Bienenatem. Der Ton hier ist das Rauschen der Luft.

Auch beim Einatmen einen Ton machen wollen. Die Einatmung ist frei.

Wie die App ihn misst

Weil die Ausatmung hörbar ist, gehört er zu den leichter messbaren Techniken. Die Schwellen sind entsprechend eingestellt.

Worauf am meisten geschaut wird, ist die Gleichmäßigkeit der Ausatmung: das Rauschen soll von Anfang bis Ende gleich laut bleiben. Bricht der Ton ab oder schwankt er, sitzt Spannung in der Kehle oder der Atem geht zu Ende.

Die Messung wurde einmal an echten Aufnahmen nachjustiert: die ersten Werte waren Schätzungen, und als Testdaten kamen, wurden die Schwellen überprüft.

Wer aufpassen sollte

Ist deine Kehle wund oder gereizt, mach diese Technik nicht. Zu pressen, um einen Ton zu erzeugen, bringt nichts — ein erzwungener Ozeanatem ist kein Ozeanatem.

Quellen

  • Hatha Yoga Pradipika (15. Jahrhundert, Kapitel 2, Verse 51-53) — die klassische Beschreibung der Technik.
  • Für Studien, die verschiedene Formen langsamen yogischen Atmens vergleichen: PubMed durchsuchen. Die Entscheidung der App, die Einatmung lautlos zu lassen, beruht auf diesen Vergleichen.

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